Der neue österreichische "Jugend-Bischof" Stephan Turnovszky ist am Dienstag erstmals mit Familien- und Jugendstaatssekretärin Christine Marek zusammengetroffen. Themen der rund einstündigen Unterredung in Wien waren u.a. gemeinsame Initiativen für ein positiveres Bild der Jugend in der Öffentlichkeit sowie für den interreligiösen Dialog. Er freue sich über das gute Gesprächsklima, sagte Weihbischof Turnovszky nach der Begegnung mit der Staatssekretärin im "Kathpress"-Interview. Kirche und Politik müssten aufmerksam auf die Anliegen der Jugend in Österreich schauen und auch darauf achten, wie die österreichische Jugend den Anliegen des Landes in besonderer Weise gerecht werden kann. "Die Jugend trägt die Zukunft von Österreich", betonte der Bischof.
Als vielversprechendes Beispiel für gesellschaftsrelevante Aktivitäten von Jugendlichen hob der "Jugend-Bischof" das interreligiöse Gespräch zwischen Christen, Muslimen und Juden hervor. Turnovszky: "Da miteinander im Gespräch zu sein, das ist zukunftsweisend und da hat die Jugend eine ganz große Chance".
Gemeinsam habe man zudem darüber diskutiert, wie das Bild von Jugendlichen in der Öffentlichkeit künftig positiver dargestellt werden kann, sagte Staatssekretärin Marek. Abseits der geläufigen Berichte über Kriminalität oder "Komasaufen" gebe es unter Österreichs Jugendlichen sehr viel positives Potenzial, stellte Marek klar; sie verwies insbesondere auf das große freiwillige Engagement von Jugendlichen, etwa bei der "außerordentlich erfolgreichen" Aktion "72 Stunden ohne Kompromiss".
Die von Katholischer Jugend, youngCaritas.at und ORF-Radio Ö3 getragene größte Jugend-Sozialaktion Österreichs wird im kommenden Jahr zum fünften Mal stattfinden, berichtete Weihbischof Turnovszky. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Katholischen Jugend Österreich, Wolfgang Schönleitner, informierte er die Staatsekretärin zudem über die Vorbereitungen zum österreichweiten Jugendtreffen in Mariazell vom 13. bis 15. August 2010.
Besonderes Lob gab es von der Jugend-Staatssekretärin für die Arbeit der kirchlichen Jugendorganisationen. Gerade in schwierigen Familiensituationen seien sie oft Halt und Begleitung für Kinder und Jugendliche, so Marek. "In einer Zeit, in der viele Familien Krisen haben und jede zweite Ehe geschieden wird, sind Jugendorganisationen, die Werte vermitteln, Halt geben und auch auf der spirituellen Ebene Kinder und Jugendliche begleiten, besonders wichtig", sagte die Familien-Staatssekretärin.