Von:
Mag. fr. Jakob Eckerstorfer T 0676 8776 - 3360 E jakob.eckerstorfer@dioezese-linz.at
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KJ Oberösterreich
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Wie viele in unserer Diözese nehmen wir die Veränderung in der Leitung des diözesanen Kommunikationsbüros mit großer Sorge wahr. Wir teilen die Einschätzung unserer KA-Präsidentin Margit Hauft. Auch wir bedauern die Entlassung von Ferdinand Kaineder.
Wir befürchten erneut Auswirkungen auf das Klima der Zusammenarbeit in unserer Diözese. Eine fruchtbare Arbeit im Dienst der Jugendlichen wird dadurch erschwert. Gemeinsam mit dem Bischof möchten wir weiterhin den Weg einer weiten und einladenden Kirche gehen, die sich der "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute" verpflichtet weiß. Das entspricht dem Weg und der Botschaft Jesu. Wir treten ein für einen Weg, der Pluralismus und Meinungsvielfalt schätzt und fördert, wo lebendiger Austausch gepflegt und nicht aus Angst vor Illoyalität unterdrückt wird.
Was der Konzilstheologe Karl Rahner schon 1953 formuliert hat, ist offensichtlich auch noch im Jahr 2009 aktuell:
"Weil wir vielleicht da und dort noch auf seiten der Autorität und der Untergebenen an gewisse patriarchalische Formen der Leitung und des Gehorsams gewöhnt sind, die mit dem eigentlichen Wesen der kirchlichen Autorität und des Gehorsams keinen notwendigen und immergültigen Zusammenhang haben, darum kann es vorkommen, dass eine auch berechtigte freimütige Meinungsäußerung über kirchliche Dinge auf Vertreter der kirchlichen Autorität den Eindruck versteckter Rebellion oder eines Ressentiments gegen die kirchliche Obrigkeit macht und bei anderen Menschen in der Kirche, die die alten Formen gewohnt sind, auch tatsächlich einen nicht erfreulichen Klang hat." (Karl Rahner, Das freie Wort in der Kirche, 1953)
Gegen ein solches Klima von Befürchtungen, Ängsten und gegenseitigen Verdächtigungen wollen wir als Kath. Jugend OÖ ein Bild von Kirche setzen, das wir in den Worten Kardinal Königs wiederfinden:
Die Kirche Christi sei:
Eine einladende Kirche.
Eine Kirche der offenen Türen.
Eine wärmende, mütterliche Kirche.
Eine Kirche des Verstehens und Mitfühlens,
des Mitdenkens, des Mitfreuens und Mitleidens.
Eine Kirche, die mit den Menschen lacht
und mit den Menschen weint.
Eine Kirche, der nichts fremd ist
und die nicht fremd tut.
Eine menschliche Kirche,
eine Kirche für uns.
Eine Kirche, die wie eine Mutter auf ihre Kinder warten kann.
Eine Kirche, die ihre Kinder sucht und ihnen nachgeht.
Eine Kirche, die die Menschen dort aufsucht, wo sie sind:
bei der Arbeit und beim Vergnügen,
beim Fabriktor und auf dem Fußballplatz,
in den vier Wänden des Hauses.
Eine Kirche der festlichen Tage
und eine Kirche des täglichen Kleinkrams.
Eine Kirche, die nicht verhandelt und feilscht,
die nicht Bedingungen stellt oder Vorleistungen verlangt.
Eine Kirche, die nicht politisiert.
Eine Kirche, die nicht moralisiert.
Eine Kirche, die nicht Wohlverhaltenszeugnisse verlangt oder ausstellt.
Eine Kirche der Kleinen,
der Armen und Erfolglosen,
der Mühseligen und Beladenen,
der Scheiternden und Gescheiterten
im Leben, im Beruf, in der Ehe.
Eine Kirche derer, die im Schatten stehen,
der Weinenden, der Trauernden.
Eine Kirche der Würdigen,
aber auch der Unwürdigen,
der Heiligen, aber auch der Sünder.
Eine Kirche - nicht der frommen Sprüche,
sondern der stillen, helfenden Tat.
Eine Kirche des Volkes.