Jugendliche brauchen Orte der Kommunikation und Orientierung. Wir treten für die langfristige Beibehaltung des Religionsunterricht ein! In den Fällen, in denen sich SchülerInnen vom Religiönsunterricht abmelden, soll Ethikunterricht als Ersatzpflichtgegenstandfür alle Schulen und Schulstufen übernommen werden.
Schule ist einer der wichtigsten Lebensräume junger Menschen. Nach unseren Vorstellungen darf in dieser nicht nur Wissen vermittelt werden. Schule darf nicht nur an Leistung orientiert sein und SchülerInnen zu wirtschaftlich verwertbaren Arbeitskräften machen. Gerade dem sozialen Lernen (Rücksicht nehmen auf Andere, Grenzen austesten, Freundschaften schließen, Leid und Freude miteinander teilen, ...) muss ein ebenso wichtiger Stellenwert eingeräumt werden.
Jugendliche suchen nach Orientierung und Haltepunkten, brauchen Begleitung bei der Auseinandersetzung mit Fragen, die sie beschäftigen - wenn sie sich mit sich selbst und ihrem Leben auseinander setzen. Wo haben sie in der Schule sonst die Chance und die Zeit dafür, wenn nicht im Religions- oder Ethikunterricht?
Die Katholische Jugend geht von einem ganzheitlichen Bildungsbegriff aus, der mehr als nur Wissensvermittlung umfasst. Dementsprechend müssen SchülerInnen auch mit ethischen und demokratischen Werthaltungen konfrontiert werden, um die Chance zu haben, durch die Auseinandersetzung mit diesen Positionen zu mündigen BürgerInnen entwickeln zu können. Gerade in einer Gesellschaft, die oft nur an Leistung orientiert ist und SchülerInnen zu wirtschaftlich verwertbaren Arbeitskräften ausbilden möchte, müssen Religions- und Ethikunterricht als wesentliche Beiträge zur Stärkung der 'Selbst- und Sozialkompetenz' gesehen werden.
Darüber hinaus fordern wir für den Ethikunterricht einen einheitlichen und verbindlichen Lehrplan, welcher unter Berücksichtigung und im Einklang mit den konfessionellen Lehrplänen erstellt werden soll. Für diesen Ethikunterricht brauchen wir fundierte fachspezifische Lehrmaterialien. Diese sind als Grundlage für einen gelungenen Unterricht unabdingbar!
Darüberhinaus fordern wir eine fundierte, gesetzlich festgeschriebene Aus- und Weiterbildung für EthiklehrerInnen. Diese Ausbildung soll auf universitärer Ebene interdisziplinär stattfinden.