Spiritualität in der kirchlichen Jugendarbeit zwischen Tradition, Tabu und Megatrend
Die 21. Jugendpastoralwoche widmete sich dieses Jahr einem Thema, dessen Stellenwert in unserer "hektomatik Welt" zusehends an Bedeutung gewinnt, obwohl seine Stimme oftmals leiser ist als alle umliegenden Geräusche. Unter dem Titel "Spiritualität in der kirchlichen Jugendarbeit zwischen Tradition, Tabu und Megatrend" versammelten sich 16 Weiterbildungshungrige aus 6 Diözesen, um sich gemeinsam mit unserem Referenten Martin Raphael Steiner (spiritueller Begleiter und Berater) auf reflexiv-spirituelle Pfade zu begeben.
Im Zentrum der Woche stand der Versuch auf dem schmalen Grad zwischen theoretischer Auseinandersetzung und praktischer Erfahrung entlang zu schreiten. Die rein theoretische Auseinandersetzung mit spirituellen Formen und Praxen bleibt einerseits farblos und andererseits kann die Erfahrung dieser spirituellen Praxen ohne rückgekoppelte Reflexion über die Voraussetzungen und Hintergründe für die eigene Arbeit kaum nutzbar gemacht werden. Dementsprechend war die Woche um diese beiden Pole konzipiert.
Den Einstieg bildete die Lebenswelt der Jugendlichen und die Auseinandersetzung mit dem Befund, dass das Benennen einer Beziehungsdimension, die vertikal verläuft und auf Gott oder etwas Transzendetes ausgerichtet ist, den Jugendlichen und jungen Erwachsenen Schwierigkeiten bereitet, weil diese Erfahrungen oftmals nicht rational erfasst und eingeordnet werden können, bzw. sich unserer Vernunft entziehen.
Eines der Hauptthemen der Woche war es deshalb, die eigene Wachheit zu schulen und die Aufmerksamkeit auf das Jetzt zu richten, auf die Gegenwart, um damit den unablässigen Strom von Gedanken, Assoziationen zu unterbrechen und daraus Kraft und Energie zu gewinnen.
Doch auch der Erfahrungstransfer kam in dieser Woche nicht zu kurz und so konnten alle Teilnehmer voll bepackt mit neuen Ideen, Methoden, Projekten, Literatur- Musik- und Filmtipps in eisiger Kälte die Heimreise antreten.