Von:
Wolfgang Schönleitner
Organisation:
Katholische Jugend Österreich
+43 1 512 16 21
Johannesgasse 16/1
1010 Wien
office@kjweb.at
„Papst Benedikt XVI. hat starke Worte gefunden: Von schweren Sünden, kriminellen Handlungen, von Scham und Reue ist die Rede.", zeigt sich Stephan Bazalka, Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich, in einer ersten Reaktion auf den Hirtenbrief des Papstes an die irischen Katholikinnen und Katholiken zufrieden. „Hier wird nichts beschönigt, das ist eine ehrliche Entschuldigung - sowohl für die Taten an sich als auch für den skandalösen Umgang damit."
Die Katholische Jugend Österreich erwartet sich aber auch klare Worte zu den Fällen sexueller Gewalt in Österreich: „Das darf nicht und wird nicht die letzte Aussage des Heiligen Vaters zu diesem Thema gewesen sein.", so Bazalka weiter. „Die Aufforderung, die Richtlinien zum Schutz von Kindern und Jugendlichen ständig zu überprüfen und zu aktualisieren, ist ein klarer Auftrag - nicht nur für die Kirche in Irland." Die Katholische Jugend bietet hier ihre aktive Mitarbeit an.
„In Irland liegen die Fakten nach einer groß angelegten Untersuchung bereits auf dem Tisch", meint Bazalka. Die Katholische Jugend schließt sich dem Aufruf des Papstes und der österreichischen Bischöfe an und bittet die Opfer, Kontakt mit den Ombudsstellen aufzunehmen. Stephan Bazalka weist darauf hin, dass der Papst auch die Täter ausdrücklich auffordert, sich zu stellen.
Damit den starken Worten entschiedene Taten folgen, fordert die Katholische Jugend die Schaffung einer österreichweiten Koordinierungs- und Anlaufstelle für Opfer sexueller Gewalt in der Kirche, die unabhängig und weisungsfrei arbeiten kann. Auch eine Verlängerung der Verjährungsfristen und weitere Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt in allen Lebensbereichen gehören zu den Forderungen.
Es ist aber auch notwendig, über das aktuelle Thema hinauszublicken. Der Papst hat in seinem Hirtenbrief auch von einem falschen Autoritätsverständnis gesprochen: „Wenn wir als Kirche das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen wollen, ist es dringend an der Zeit, in einen offenen Diskurs über Themen wie Macht und Sexualität zu treten", so Bazalka abschließend.