Firmkandidat*innen und ihre Bezugspersonen 

Die Firmvorbereitung fällt in eine Phase, in der Jugendliche sich zunehmend von Eltern und Bezugspersonen abgrenzen und Orientierung bei Gleichaltrigen suchen. 
Trotzdem bleiben Eltern und andere Bezugspersonen weiterhin bedeutende Begleiter*innen. 
Eine gute Firmvorbereitung bezieht daher auch sie aktiv mit ein. 

Die Chancen der Firmbegleitung

Die Vorbereitungszeit bedeutet für viele ein (wieder) in Kontakttreten mit der Kirche. Genau hierin liegen auch viele Chancen: 

  • Kirche kann einen unterstützenden Beitrag in die Beziehungsentwicklung zwischen dem*der Jugendlichen und seinen*ihren Eltern, Bezugspersonen, Pat*innen leisten.  
  • Außerdem kann sie die (Wieder-)entdeckung bzw. Vertiefung des Glaubens ermöglichen. 
  • Schließlich bietet sie auch die Möglichkeit, Kirche neu zu erleben und positive Erfahrungen zu sammeln. 

Grundsätzliche Tipps für Infoabende (e) mit Firmkandidat*innen, Eltern & Co  sowie Pat*innen

Einladung an alle:  Das Sakrament der Firmung zu empfangen, setzt eine bewusste Entscheidung der Jugendlichen voraus. Vor diesem Hintergrund empfehlen wir einen Informationsabend (keinen Elternabend!), zu dem die Jugendlichen als auch deren Eltern, Bezugspersonen sowie Pat*innen (optional) eingeladen sind. 

  • Ablauf & Erwartungen klären: Was passiert wann? Was wird von den Jugendlichen erwartet? 
  • Gemeinde sichtbar machen: Vorstellung aller Beteiligten (Firmteam, Pfarrer, PGR etc.). 
  • Auch Eltern und CO. SowiePat*innen sind wichtig für die Vorbereitung.: Sie sind wichtige Begleiter*innen – aktiv um Unterstützung bitten. 
  • Familien sensibilisieren: Die Vorbereitung betrifft auch den Familienalltag. 
  • Freude zeigen: Begeisterung und Wertschätzung für die Jugendlichen spürbar machen. 
  • Wichtige Elemente der Gestaltung:  
  • Begrüßung 
  • Einstieg mit Lied, Text, Gebetszeit 
  • Vorstellen des Teams und Repräsentant*innen der Gemeinde  
  • Vorstellen des Programms und Ablaufs (z.B. auf Flipchart sichtbar machen) 
  • Kennenlernrunde 
  • die Teilnehmenden miteinbeziehen 
  • Pausen einbauen 
  • Informationen schriftlich mitgeben bzw. ein kleines Package zum Mitgeben zusammenstellen

 

Grundsätzliches für Treffen mit Firmpat*innen

  • Pat*innen einbeziehen: Beziehung zum Firmling stärken, Raum für Glaubens- und Lebensfragen schaffen.
  • Ziele klären: Austausch fördern? Rolle reflektieren? Glauben thematisieren? 
  • Zeitpunkt: Nach fixer Wahl der Pat*innen, als Abend- oder Nachmittagsveranstaltung? 

Praxisimpuls: Glaube muss wachsen

Der Glaube ist nicht etwas, das wir haben, sondern ein Geschenk, das wir empfangen. Unser Glaube muss gepflegt werden, um wachsen zu können. Er ist einer Pflanze ähnlich. Eine Aufgabe des*der Firmpat*in ist es, Unterstützung und Rückhalt zu geben. Um das zu symbolisieren, pflanzen die Jugendlichen mit den Pat*innen Blumenzwiebel in kleinen Tontöpfen. 

Material: kleine Tontöpfe; Blumenerde; Blumenzwiebeln 

Praxisimpuls: Wie war meine eigene Firmung?

Es geht darum, die eigenen Erfahrungen mit der Firmung zu vergegenwärtigen. Die künftigen Pat*innen werden eingeladen, sich möglichst lebhaft an ihre eigene Firmung zurückzuerinnern und ihrem Firmkandidat*in davon zu erzählen: 

  • Wo und wann bist du gefirmt worden? 
  • Wie alt warst du? 
  • Wer hat dich gefirmt? 
  • Wer war dein*e Pat*in? 
  • Warum hast du ihn*sie ausgesucht? 
  • Wie sind der Gottesdienst und der Tag abgelaufen? 
  • Gab es damals eine Firmvorbereitung? 
  • Wie hat die ausgesehen? 

Praxisimpuls: Pat*in sein

wei einander gegenüberliegende Wände werden als zwei »Pole« definiert. Die Teilnehmenden stellen sich zwischen diesen beiden »Polen« auf. Nun werden die beiden Pole mit jeweils einem Statement benannt. Je nachdem, zu welchem Statement man eher tendiert, zu dieser Wand stellt man sich. Danach können die Teilnehmenden begründen, warum sie sich gerade so platziert haben.  

Mögliche Statements für die Pole: 

…schenkt mir ein teures Geschenk …Zeit und Unterstützung 
…lässt sich blicken nur zu Feiertagen   …oft mal einfach so  
…ist wie meine Eltern …ein*e gute*r Freund*in  
…weiß alles   …stellt auch mir Fragen 
…interessiert sich für mich …ist lustig und unterhaltsam 

Praxisimpuls: Das Kunstwerk »Mein*e Firmpat*in und Ich«

Die Jugendlichen bringen jeweils ein Foto von sich selbst und eines von ihrem*ihrer Pat*in mit. Damit soll jede*r sein*ihres ganz persönliches Bild von sich und dem*der Pat*in gestalten. Die beiden Fotos werden zunächst auf einen Bogen A3-Papier gelegt. Wenn beide ein gutes Verhältnis zueinander haben, dann sollen die Bilder näher beieinander liegen. Ist es umgekehrt, dann werden die Fotos weiter auseinandergelegt. Damit sie nicht verrutschen, mit 1-2 Fotoklebern befestigen. Nun soll jede*r versuchen, auf demselben Bogen Papier die Beziehung zwischen ihm*ihr und des*der Pat*in grafisch darzustellen. Dabei sollen die beiden Fotos mit einbezogen werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Im Anschluss daran kann jede*r sein*ihr Bild vorstellen. Die fertigen Kunstwerke werden mit Zustimmung der Jugendlichen aufgehängt oder in der Kirche ausgestellt. 

Hinweis: 

Je nach Kreativität der Einzelnen kann der*die Firmbegleiter*in Tipps zur Bildgestaltung geben: 

  • Blitze für ein angespanntes Verhältnis 
  • Sonne oder Feuer für Wärme 
  • Wolken oder Regen für eine kühle Stimmung 
  • Blumen für ein freundschaftliches Verhältnis 
  • klare Linien für klare Verhältnisse 
  • verworrene Linien für unklare Verhältnisse 
  • weitere Ideen sind herzlich willkommen 
  • Bei der Präsentation der Kunstwerke sind Rückfragen, aber keine Interpretationen oder Wertungen erlaubt! 

Material: Fotos; A3-Papier; Fotokleber; Filzstifte 

Praxisimpuls: Eltern- und Pat*innenabend mit Jugendlichen

Der Eltern- und Pat*innenabend bietet die Möglichkeit nicht nur organisatorische Fragen zur Firmvorbereitung zu klären, sondern auch thematisch etwas zur Firmung zu gestalten.  

Dauer: 1,5h 

  1. Begrüßung, Ablauf des Abends vorstellen (interaktive Gestaltung)  
  1. Methode: Kugellager (Innenkreis- und Außenkreis, d.h. zu verschiedenen Fragen können sich die Teilnehmenden austauschen; im Anschluss wird gewechselt) 
  1. Überleitung: Die Zeit der Jugend ist gekennzeichnet von typischen Elementen, 

die jede und jeder durchläuft.  Gleichzeitig sind die Jugendlichen auch immer von der Zeit geprägt, in der sie leben. So ergeben sich Herausforderungen, die jetzt anders sind als damals bei Ihnen.  

  1. Überleitung: Die Jugendlichen werden aber mit diesen Herausforderungen nicht allein gelassen. In der Firmung werden sie auf besondere Weise mit dem Heiligen Geist bestärkt. Stärkung ist ein Motiv, um sich firmen zu lassen. Es gibt auch unterschiedliche Motive. 
  1. Überlegt gemeinsam, welche Motivationen es geben könnte. Überlegt auch, welche Motivationen haben die Eltern, die Jugendlichen, die Pfarre. Bei all den Beweggründen ist es wichtig, sich vor Augen zu führen, dass es vordergründig um die Motivation der jungen Menschen geht; bei der Firmung und bei der Firmvorbereitung geht es um die Jugendlichen – es ist ihr Tag, es ist ihre Zeit. 
  1. Firmung Aufstellen – Jugendliche stehen im Mittelpunkt. Wenn man sich aufstellt, wie bei der Firmung erkennt man, dass die Jugendlichen im Mittelpunkt stehen. 
  1. Überleitung Input Firmung: Firmare 
  1. Firmare – Bestärkung à Was passiert bei der Firmung, Heiliger Geist stärkt; Wie kann man sich das vorstellen à Spürbar, durch Symbole sichtbar, jedoch kein 1er automatisch bei der nächsten Englischschularbeit 
  1. Gabe vor Aufgabe à Firmung als Geschenk, Zusage in einer Umbruchssituation, Stärkung in einer Umbruchssituation 
  1. Organisatorisches 

Fragen zur Methode Kugellager 

  • Meine eigene Firmung: Was war mir wichtig? Welche Erinnerungen habe ich noch? 
  • Woran erkenne ich, dass mein Kind gefirmt gehört (Humor)? 
  • Wann fühle ich mich stark? 
  • Welches Gottesbild habe ich? 
  • Wann habe ich aufgehört ein Kind zu sein?  
  • Wann habe ich das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?