
Bei der Feier der Firmung gibt es zwar liturgische Vorgaben, doch bleibt ein gewisser Spielraum, um die Feier an die Bedürfnisse der Jugendlichen anzupassen und sie aktiv einzubeziehen. Wichtig ist, dass die Firmlinge verstehen, was im Firmgottesdienst geschieht und welche Bedeutung dies für ihr persönliches Leben hat. In der Vorbereitung wird die Firmhandlung immer wieder erklärt und nachvollziehbar gemacht, sodass die Jugendlichen bei der Firmung genau wissen, wozu sie „Ja“ sagen und dies – idealerweise – aus voller Überzeugung tun können. Dies schafft außerdem die Grundlage, dass die Firmlinge den Gottesdienst selbst mitgestalten können.
Vorbereitung
Die Firmlinge sollten aktiv in die Planung und Gestaltung des Gottesdienstes einbezogen werden, zum Beispiel durch die Auswahl von Liedern oder anderen Elementen, die ihnen wichtig sind. Dies fördert ein Gefühl der Verantwortung und Identifikation mit der Feier.
Es ist sinnvoll, bestimmte Elemente wie Fürbitten oder Eröffnungsteile bereits in der Firmvorbereitung – zum Beispiel bei einem Firmnachmittag oder -wochenende – zu besprechen und vorzubereiten. Beim Firmwochenende kann sogar schon eine Lesung im Rahmen eines Abendlobs eingebaut werden. Zudem ist es hilfreich, das Glaubensbekenntnis während der Vorbereitung zu erschließen, damit sich die Jugendlichen bei der Firmung leichter damit tun.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Firmlinge sich mit den Symbolen und Ritualen der Firmung vertraut machen – etwa der Salbung mit Chrisam und der Handauflegung –, um deren Bedeutung vollständig zu verstehen und die Feier bewusst mitzuerleben.
Eine frühzeitige und klare Absprache mit dem Firmspender ist entscheidend für eine entspannte und reibungslose Feier! Erste Gespräche sollten bereits vor der detaillierten Planung mit den Firmkandidat*innen stattfinden.
Wichtig ist, dass die Firmlinge den Ablauf des Gottesdienstes kennen und ihre Rollen verstehen. Dies gelingt zum einen durch eine Probe und zum anderen durch ein Feierheft, das den Firmlingen hilft, sich besser zurechtzufinden.
Gestaltung Kirchenraum
Die Firmlinge können überlegen, wie sie die Kirche für ihre Firmung gestalten möchten: Gibt es ein Thema, einen Leitsatz, den wir sichtbar machen wollen? Welche Symbole passen für uns zu unserer Firmung? Wie wollen wir uns als Gruppe sichtbar machen?
Eine gemeinsam gestaltete Kerze, klassischer Blumenschmuck oder Alternativen dazu, eine Galerie der Firmkandidat*innen als Instaposts, etc. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Auf diese Weise werden die Firmkandidat*innen durch die „Dekoration“ der Kirche sichtbar gemacht.
Eröffnung
Die Firmlinge können die Feiergemeinde und den Firmspender begrüßen. Zudem können sie durch ein kurzes Erzählen von der Firmvorbereitung oder durch ein paar Worte zum gewählten Thema in die Feier einführen.
Die Vorstellung der Firmkandidat*innen durch die Verantwortlichen für die Firmvorbereitung ist im liturgischen Rollenbuch an dieser Stelle oder vor oder nach der Predigt vorgesehen. Damit verbunden kann das Nach-vorne-Kommen in den Altarraum und das Vorne-Platz-Nehmen sein. Dies kann mit oder ohne Pat*innen geschehen. Bei einer kleineren Gruppe von Firmlingen ist es schön, wenn sie alle namentlich genannt werden.
Grundsätzlich kann das Allgemeine Schuldbekenntnis entfallen, „wenn eine besondere Festlichkeit des Gottesdienstes dies nahelegt“, das ist bei der Firmung der Fall. Die Vergebungsbitte entfällt, wenn das Tagesgebet eine solche enthält.
Kyrie-Rufe können von Firmlingen vorgetragen werden. Es soll keine Vermischung mit dem Schuldbekenntnis geschehen. Es handelt sich bei den Kyrie-Rufen um Huldigungsrufe, die das heilvolle Wirken Jesu Christi bedenken.
Wortgottesdienst
Wenn die Firmlinge das möchten, können sie als Lektor*innen der Lesung(/en) eingesetzt werden bzw. die Texte in verteilten Rollen spielen/aktualisieren. Die Firmlinge können zudem Gedanken zu den Texten formulieren, die dann dem Firmspender im Vorfeld gegeben werden – er kann in der Predigt darauf Bezug nehmen.
Schriftstellen zur Auswahl
Im Rituale zur Feier der Firmung werden folgende Bibelstellen vorgeschlagen:
Lesungen:
Jes 11, 1-4a: Geistbegabung des Sprosses Isais
Jes 42, 1-3: Der Knecht Gottes – “Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt”
Jes 61, 1-3a.6a.8b-9: Der Gesalbte des Herrn und seine Sendung
Ez 36, 24-28: Sammlung und Erneuerung Israels – “Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist gebe ich in euer Inneres.”
Joel 2, 23a; 3, 1-3a: Ausgießung des Geists
Apg 1, 3-8: Weisungen des Auferstandenen – “Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird”
Apg 2, 1-6.14.22b-23.32-33: Das Pfingstereignis
Apg 8, 1b.4.14-17: Petrus und Johannes in Samarien
Apg 10, 1.33-34a.37-44: Die Taufe des heidnischen Hauptmanns Kornelius
Apg 19, 1b-6a: Die Begegnung des Paulus mit Johannesjüngern
Röm 5, 1-2.5-8: Hoffnung auf die Verwirklichung des Heils
Röm 8, 14-17: Erfülltes Leben der Söhne und Töchter Gottes – “Denn die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Kinder Gottes.”
Röm 8, 26-27: Das Wirken des Geistes
1 Kor 12, 4-13: Der eine Geist und die vielen Gaben
Gal 5, 16-17.22-23a.24-25: Das vom Geist geleitete Leben
Eph 1, 3a.4a.13-19a: Gebet um Erkenntnis Gottes
Eph 4, 1-6: Aufruf zur Einheit des Geistes
Evangelium:
Mt 5, 1-12a: Die Seligpreisungen
Mt 16, 24-27: Nachfolge und Selbstverleugnung
Mt 25, 14-30: Gleichnis über den Umgang mit Talenten
Mk 1, 9-11: Die Taufe Jesu
Lk 4, 16-22a: Die Antrittsrede in Nazaret
Lk 8, 4-10a.11b-15: Das Gleichnis vom Sämann
Lk 10, 21-24: Lobpreis Jesu
Joh 7, 37-39: Die Ankündigung des Geistes
Joh 14, 15-17: Beistand durch Geist der Wahrheit
Joh 14, 23-26: Beistand durch Heiligen Geist
Joh 15, 18-21.26-27: Zeugnis ablegen bestärkt durch den Geist
Joh 16, 5-7.12-13a: Das Kommen des Geistes
Erneuerung des Taufbekenntnisses
Das Taufbekenntnis soll möglichst textgetreu sein. Es macht deutlich, dass es um eine Glaubensentscheidung für einen ganz konkreten Glauben geht – an den dreifaltigen Gott. Damit stellen wir uns in die jahrtausendealte Gemeinschaft der Glaubenden. Es ist wichtig, die Antworten der Firmkandidat*innen mit ihnen einzuüben, damit sie sich auch laut und deutlich zu sprechen trauen!
Um die Verbindung der Firmung mit der Taufe sinnenfällig zu gestalten, können die Firmkandidat*innen ihre Taufkerze während des Bekenntnisses in Händen halten. Die Kerze wird dann vor der Salbung den Pat*innen übergeben.
Nach dem Taufversprechen kann die Gemeinde mit dem Glaubensbekenntnis oder einem Glaubenslied dem Bekenntnis der Firmlinge zustimmen.
Firmspendung
Was in der Symbolhandlung der Firmung mit allen Sinnen wahrnehmbar wird, das kommt im Gebet über die Firmlinge zur Sprache: Das Herabkommen des Heiligen Geistes. Der Firmspender lädt nun die ganze Gemeinde ein, in einer längeren Stille für die Firmkandidat*innen zu beten. Danach betet er für die Firmlinge um die sieben Gaben des Heiligen Geistes. Dieses Gebet ist so etwas wie „das Hochgebet der Firmung“.
Anschließend kommt es zur Firmspendung. Der Firmspender legt jedem Firmling die Hand auf den Kopf, salbt seine*ihre Stirn mit Chrisam und bezeichnet ihn*sie mit dem Kreuz. Dabei nennt er den Namen des Firmlings und sagt: »Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.« Der*die Firmpat*in legt während der Chrisamsalbung die Hand auf die Schulter des Firmlings. Auch darin wird der Beistand sicht- und spürbar. Da steht jemand zu mir, ich bin nicht allein. Nach der Salbung reicht der Firmspender dem Firmling die Hand zum Friedensgruß.
Abgeschlossen wird die Firmspendung mit den Fürbitten: Wir beten für die Neugefirmten, die Eltern und Pat*innen, die ganze Kirche und alle Menschen. Die Bitte für die Neugefirmten soll von Firmbegleiter*innen formuliert und vorgetragen werden. Auch die Firmlinge formulieren Fürbitten und bringen ihre Anliegen vor Gott. Die Fürbitten können mit einem Liedruf beantwortet (z.B. O Lord Hear My Pray’r, Gesang aus Taizé, LQ 240) und/oder mit Symbolen, Kerzen oder Weihrauch begleitet werden.
Eucharistiefeier
Bei der Gabenbereitung können die Firmlinge die Gaben zum Altar bringen.
Die Hochgebete I bis III im Messbuch haben einen eigenen Gebetseinschub für die Neugefirmten. Die Verwendung des „III. Hochgebets für die Feier mit Kindern“ kann angedacht werden. Es wurde für Feiern mit Kindern im Grundschulalter formuliert und ist gut verständlich. Es spricht auch nichts dagegen, vor dem Hochgebet aktuelle Motive des Dankes zu beten.
Im Schlussgebet werden die Gedanken der Feier zusammengefasst und mit der Bitte, dass die Feier im Leben der Feiernden wirksam werde, abgeschlossen. Dieses Leitungsgebet, welches der Firmspender spricht, kann mit einem Dankgebet oder mit einem Text des Dankes ergänzt werden, das die Firmlinge selbst verfasst haben: Was möchten die Firmlinge am Ende des Gottesdienstes und nach ihrer Firmung noch sagen? Wofür wollen sie danken? Was wünschen sie sich für den weiteren Weg als Gefirmte?
Entlassung
Die Dankesworte an den Firmspender und die Firmbegleiter*innen können von den Firmlingen vorgebracht werden.
Bei der Firmung ist ein feierlicher Schlusssegen angebracht, z. B. „Die Feier der Firmung“ S. 37.
Hilfreiche Links
Einen genauen Ablauf und eine Checkliste für die Organisation der Firmmesse findest du hier: Gestaltung der Firmung (öffnet in neuem Tab)
Zudem kann bei der Vorbereitung der Firmung der Gottesdienstkonfigurator der Diözese Eisenstadt eine große Unterstützung sein: martinus.at (öffnet in neuem Tab)
Dieses Video zeigt, wie die Firmhandlung Schritt für Schritt abläuft: youtube.com (öffnet in neuem Tab)