„Salzburg glänzt“: KJ Salzburg putzt Stolpersteine
Mitglieder der KJ Salzburg haben am 8.4. gemeinsam mit Erzabt Korbinian Birnbacher OSB und dem zukünftigen Erzabt Jakob Auer OSB die zwei im Innenhof des Stifts St. Peter liegenden Stolpersteine gereinigt.
Anlass der Aktion ist das 80-jährige Jubiläum der Befreiung Salzburgs vom Nationalsozialismus. Bis zum Tag der Befreiung am 4. Mai sollen sämtliche Stolpersteine in allen Stadtteilen Salzburgs von Anrainer:innen, Schulgruppen, Freiwilligen und Nicht-Regierungsorganisationen gereinigt werden. Aktuell sind in der Stadt Salzburg 517 dieser kleinen pflastersteinähnlichen Mahnmale für die Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Sie sind Juden und Jüdinnen, Menschen im politischen Widerstand, Roma und Sinti, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen gewidmet, die von der Nazi-Maschinerie ermordet oder vertrieben wurden.

„Auch junge Menschen vergessen nicht – das will die KJ Salzburg zeigen. Als ehrenamtlicher, katholischer Verein von und für junge Menschen ist es unsere Pflicht, das Bewusstsein über die Vergehen der Vergangenheit aufrecht zu erhalten.“, sagt Philip Frenkenberger, Vorsitzender der Katholischen Jugend Salzburg.
Die beiden Stolpersteine beim Eingang in den Innenhof des Stift St. Peter erinnern an Pater Romuald (Gottfried Neuhäuserer) und Bruder Coelestin (Jakob Förtsch). Pater Romuald hatte fast 20 Jahre an einer schweren psychischen Erkrankung gelitten und wurde 1941 von den Nationalsozialisten aus der damaligen Nervenheilanstalt in Lehen ins Schloss Hartheim deportiert und wenig später hingerichtet. Bruder Coelestin wurde 1943 in seiner ursprünglichen Heimat Bamberg wegen „Volksverhetzung“ verhaftet und im KZ Ravensbrück ermordet. „Nicht nur Familien haben Angehörige durch die Verbrechen der Nationalsozialisten verloren, sondern auch viele katholische Orden.“, sagt Pater Jakob, zukünftiger Erzabt vom Stift St. Peter.

„Jeder einzelne Stolperstein in Salzburg steht für ein Menschenleben. Wenn man sich das bewusst macht, geht man ganz anders durch die Stadt.“, sagt Paul Filip, der bei der Putz-Aktion dabei war.
Zur Putz-Aktion aufgerufen hat das Personenkomitee Stolpersteine, der Bund sozialdemokratischer Freiheitskämpfer:innen und der KZ-Verband/VdA, um ein Zeichen „für einen breiten antifaschistischen Grundkonsens in unserer Stadt“ zu setzen, heißt es auf der Website der „Salzburg glänzt“-Aktion.